Tagestipps

Donnerstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Heikle Forschung an Menschen Tests mit gesunden Versuchspersonen Von Hellmuth Nordwig Wenn Forscher ein Medikament oder einen Impfstoff entwickeln, erproben sie diese zuerst in Zellkulturen und Tierversuchen. Irgendwann aber müssen diese Wirkstoffe zum ersten Mal Menschen verabreicht werden. Auch gesunden Versuchspersonen, die sich dafür freiwillig zur Verfügung stellen. Sie bekommen zum Beispiel eine Spritze, die gegen Malaria schützen soll, und werden dann gezielt mit den Erregern der Tropenkrankheit infiziert. Oder sie schlucken eine Chemikalie, von der noch niemand weiß, was sie im menschlichen Körper bewirkt. Genau das wollen die Forscher in diesem Schritt herausfinden: Vertragen Menschen das Präparat? Wie nimmt es der Körper auf, wie lange dauert es, bis es wieder ausgeschieden wird? Solche Versuche müssen genehmigt und registriert werden, und auch sonst gelten strenge Regeln. Die Probanden sind oft mehrere Wochen auf einer Krankenhausstation und dürfen diese nicht verlassen. Mehrmals täglich untersuchen Ärzte die Freiwilligen in dieser Zeit auf Herz und Nieren. Denn unerwünschte Wirkungen sind nicht selten, 2016 ist in Frankreich ein Mann bei einer solchen Studie gestorben. Trotzdem finden sich immer Probanden. Denn sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, die für viele attraktiv ist. Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Chinas Kampf gegen das Coronavirus. Gestaltung: Josef Dollinger Am 3. Jänner hat unser China-Korrespondent Josef Dollinger zum ersten Mal im ORF-Radio über eine mysteriöse Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Stadt Wuhan berichtet. Damals konnte er noch nicht wissen, dass sich daraus eine weltumspannende Pandemie mit zigtausenden Todesopfern entwickeln würde. Seither sind drei Monate vergangen, die den Alltag nicht nur in China grundlegend verändert haben. Das, was wir hier in Österreich und in Europa jetzt durchmachen, das hat China zum überwiegenden Teil bereits hinter sich. Josef Dollinger hat für das Journal-Panorama eine Chronologie der Ereignisse erstellt, angereichert mit Erlebnissen aus dem Corona-Alltag in China. Ein Rückblick auf 80 Tage Einsamkeit.

Donnerstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Eine Fliege kommt durch den halben Wald Von Herta Müller Mit Angela Winkler Regie: Brigitte Landes Aufnahme des SWR Anschließend: WDR 3 Foyer

Donnerstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Warum Beethoven die Reihenfolge seiner Klavierkonzerte auf den Kopf stellte Von Sabine Nikolay Am 2. April 1800 fand im Theater an der Wien die Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 1 von Ludwig van Beethoven statt. Der Komponist, damals 29 Jahre alt, saß damals selbst am Klavier. Tatsächlich war das sogenannte "1. Beethoven-Klavierkonzert" aber das insgesamt 4.Klavierkonzert, das Beethoven komponierte. Die ersten beiden tragen keine Opuszahlen und entstanden noch in Bonn. In Wien arbeitete Beethoven dann an weiteren Klavierkonzerten. Die zwei nächsten Werke sind in falscher Reihenfolge nummeriert: Nummer 2 ist zuerst entstanden. Warum sind die beiden Werke so unterschiedlich? Warum nummerierte er die Klavierkonzerte in verkehrter Reihenfolge? War das die Entscheidung seines Verlags? Welche Gründe gab es für die Veränderungen nach den jeweiligen Uraufführungen? Eine Spurensuche im Archiv und der Musiksammlung der Stadt Wien, in der Sammlung alter Musikinstrumente in der Hofburg, eine Erkundigung bei heutigen Pianisten und Pianistinnen.

Donnerstag 20:04 Uhr HR2

Hörbar in concert - Northern Connections

Nachlese vom WOMEX Festival im finnischen Tampere Moderation: Martin Kersten Bei der WOMEX, der größten Messe für World-, Folk- und Rootsmusik, treffen sich alljährlich Musikbegeisterte aus aller Welt. Da wird diskutiert und präsentiert, da werden Kontakte und Kontrakte geknüpft, aber natürlich gibt es auch jede Menge Live-Musik zu hören. Mehr als 60 Formationen aus aller Welt traten im letzten Jahr auf den verschiedenen WOMEX-Bühnen im finnischen Tampere auf. Die "Hörbar in concert" stellt drei von ihnen mit ihren Auftritten näher vor.

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

auto-record Helena Von Elena Zieser, nach Träumen von Hella Vahl Regie: Elena Zieser Mit: Hella Vahl und Bettina Wiehler Musik und Komposition: Niklas Kammermeier Produktion: Bauhaus-Universität Weimar 2019 Länge: 57"07 Originaltöne einer Freundschaft: Freundschaft ist eine Geschichte, die sich selbst erzählt. Mit einem Anfang und einem Ende, ein Raum im Raum, der sich immer wieder neu erfindet und der am Ende wieder einen Anfang markiert. Dies ist die Geschichte einer Freundschaft von zwei Frauen. Die eine findet nach Jahren längst vergessene Traumaufnahmen der anderen wieder und fängt an, sich zu erinnern: an die Liebe, die gemeinsame Zeit, den Bruch und daran, wie sie einander verloren haben. Dazwischen sind die Träume zu hören, die einen Einblick in eine absurde, höchst fragile und sensible Welt ermöglichen. Das Wechselspiel der beiden Protagonistinnen zeichnet ein ehrliches und sehr intimes Bild einer Frauenfreundschaft und ist am Ende der Versuch, dieser Freundschaft eine neue Perspektive zu geben. Elena Zieser, geboren 1989 in Nürnberg, lebt und arbeitet in Berlin. Seit ihrem Studium der Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar (Schwerpunkt am Lehrstuhl für Experimentelles Radio) arbeitet sie als selbstständige Künstlerin im Bereich Hörspiel und Klangkunst. Neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin schreibt und produziert sie Hörspiele sowie Klanginstallationen für den Museums- und Theaterraum. Außerdem leitet sie Workshops und Lehrveranstaltungen zum Thema Sounddesign, Produktion und Audioschnitt. Für "Helena" erhielt Elena Zieser den PRIX EUROPA 2019 in der Kategorie "Digital Audio Rising Star". Helena

Donnerstag 23:00 Uhr Eins Live

1LIVE Krimi

Die Fabrik Von Martin Heindel Vier Stockwerke, keine Fenster, keine Türen: Die Fabrik. Barbie: Janina Stopper Ken: Marek Harloff Ferner wirken mit: Jens Harzer und Wolf-Dietrich Sprenger Regie: der Autor

Donnerstag 23:04 Uhr HR2

Doppelkopf

Am Tisch mit Dani Levy, "Känguru-Versteher" I was on Mars, Stille Nacht - Ein Fest der Liebe, Meschugge, Alles auf Zucker! oder Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler: alles Filme von Dani Levy. Die tiefsinnige Komödie, der alberne Unsinn und der ganz ernste sinnierende Film - Dani Levy stellt sich den Herausforderungen, vorausgesetzt der Stoff interessiert ihn. Nun hat er sich das Erfolgsprojekt von Mark-Uwe Kling vorgenommen und die Känguru-Chroniken verfilmt.

Freitag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Klangkunst

Sprache, mein Stern. Hölderlin hören. Von Ruth Johanna Benrath und Ulrike Haage Regie: Ulrike Haage Ton: Peter Avar Produktion: RBB / BR / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: ca. 54"30 (Ursendung) Sieben Monate lang musste sich der Dichter Friedrich Hölderlin einer psychischen Behandlung unterziehen. Von da an schrieb er nicht mehr wie zuvor. Hörstück über das Schreiben nach schweren Krisen. Die späten Gedichte Friedrich Hölderlins galten lange als minderwertige Erzeugnisse eines geistig Umnachteten, den man in seinem Tübinger Turmzimmer besuchen konnte, damit er auf Bestellung ein Gedicht schrieb. Über Hölderlins Erkrankung ist viel spekuliert worden. Verbürgt ist, dass die Mutter ihn in die berühmt-berüchtigte Autenrieth"sche Klinik brachte, wo er sich über sieben Monate einer Behandlung mit einer Ledermaske unterziehen musste. Von da an schrieb Hölderlin nicht mehr wie zuvor. Doch er schrieb. Gedichte voller Klarheit und Einfachheit. Wie unter allen Umständen schreiben, auch nach schwersten Krisen? Gemeinsam mit der Musik verwebt Ulrike Haage die Texte von Friedrich Hölderlin und Ruth Johanna Benrath zu einem inneren Dialog und verbindet das Damals mit einem heutigen Klang. Ruth Johanna Benrath, geboren 1966 in Heidelberg, ist Autorin, Theater- und Hörspielmacherin. 2009 erschien ihr erster Roman "Rosa Gott, wir loben dich", zwei Jahre später "Wimpern aus Gras". Zahlreiche Stipendien und Preise. Darunter 2019 der Schwäbische Literaturpreis für ihre Erzählung "AUFTAUEN". Ihr Hörspiel "GEH DICHT DICHTIG!" (ORF/BR 2019) wurde als Hörspiel des Jahres 2019 ausgezeichnet. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: "Wir gehen, wir gehen - ein Leben lang! Eine Begegnung mit Hans Jürgen von der Wense" (2019). Ulrike Haage, geboren 1957 in Kassel, arbeitet an der Schnittstelle von Jazz, Avantgarde, klassischer Musik und Literatur. Neben ihrer Arbeit als Komponistin, Autorin und Regisseurin von preisgekrönten Hörspielen, schreibt sie Filmmusik und ist als Solopianistin und Scriptautorin tätig. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur, gemeinsam mit Etel Adnan: "A Funeral March for the First Cosmonaut" (2019). Sprache, mein Stern. Hölderlin hören.

Mittwoch Freitag